Finetrading als gute Alternative zu amacash 

Wer als Händler etwa auf Amazon aktiv ist, spekuliert auf steigende Umsätze. Schließlich ist die Plattform der größte digitale Marktplatz auf dem Globus. Wenn sich nun Produkte gut verkaufen, ist eine rasche Nachlieferung das A und O. Und zwar aus mannigfaltigen Gründen: Der Händler erfüllt prompt die Kundenwünsche, bekommt dadurch positive Bewertungen und die Beziehung zum digitalen Marktplatz wird intensiver, schlussendlich wird mehr Umsatz generiert.

Wenn Waren von Sellern und Vendoren auf digitalen Marktplätzen so große Nachfrage erfahren, dass Händler ihre Postsendungen stapeln, ist das ein gutes Zeichen. Wäre da nicht der Lieferengpass. Nicht etwa, weil es an verfügbaren Produkten mangelt. Sondern weil die Warenvorfinanzierung gemeistert werden muss.

Digitale Warenvorfinanzierung

Ein Finetrader schafft hier Abhilfe. Eine digitale Warenvorfinanzierung, die ambitionierten Händlern die nötigen Mittel für das Wachstum in kürzester Zeit bereitstellt: interfin. Ähnlich wie der neue Anbieter amacash der im vergangenen Jahr seinen B2B-Marktplatz gestartet hat, ist interfin die smartere Antwort auf den klassischen Kontokorrent- oder Bankkredit. Allerdings ist das Fintech kein Frischling, sondern eine Tochtergesellschaft der etablierten Deutschen Finetrading AG mit Sitz in Ladbergen. Einem typischen Familienunternehmen mit langjähriger Tradition – und Markterfahrung im Segment der Warenvorfinanzierung.

Die Vorteile, etwa für umsatzstarke Händler: Die Prozesse bei interfin sind eingespielt. Die Refinanzierung des Fintechs ist über die Mutter und damit über Jahre erprobt. Denn nichts ist giftiger für Wachstumsvorhaben, als eine stockende Finanzierung. Auch empfiehlt es sich für jeden Händler, neben der Hausbank eine Hausbankalternative zu kennen, um etwa die Kreditlinie dort nicht komplett ausreizen zu müssen.

Apropos Alternative. Experte René Büst erklärt aktuell in der Computerwoche anschaulich, welches Risiko für Unternehmen und Privatleute besteht, sich ausschließlich auf Amazon & Co. zu verlassen. Stichwort Datenkrake. Die Internetriesen monetisieren die Daten ihrer Nutzer. In der Folge lösen sie mit diesem Wissen die Geschäftsmodelle der Old Economy ab. Uber lässt grüßen.

Wer also hier blind vertraut und digitalen Marktplätzen auch noch seine Finanzierungen anvertraut, erhöht sein persönliches Geschäftsrisiko. Ich finde, das sollte ein guter Kaufmann wissen.

Hintergrund: Procedere des Warenkredites

Das Prozedere sieht so aus, dass sich Händler auf dem interfin-Portal registrieren. Nach einer Bonitätsprüfung wird bei positiver Entscheidung der Finanzierungsvertrag unterzeichnet und die benötigte Einkaufslinie bereitgestellt.

In einem nächsten Schritt bestellt der Händler wie gewohnt die gewünschte Ware bei seinem Lieferanten. Der Warenkreditanbieter zahlt die entsprechende Summe direkt an den Lieferanten. Die Ware wird dann an den Händler versandt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Seller und Vendoren profitieren von einer gewährleisteten Liquidität, die wiederum das Wachstum begünstigt.

KMUs klagen über Informationspolitik der Banken

Unternehmen mit bis zu 40 Mitarbeitern schätzen ihre Finanzierungs- und Banken-Situation wesentlich schlechter ein als größere Firmen. Das ist das zentrale Ergebnis des KMU-Banken-Barometers 2017. Der Verband „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.“ hat diese Umfrage jetzt zum vierten Mal gemacht. Alle Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stehen im Internet unter www.banken-barometer-2017.kmu-berater.de zur Verfügung.

Schlecht beraten

Die Berater weisen auf drei Bereiche hin, die die kleineren Unternehmen am negativsten einschätzen: Nur sechs Prozent der Unternehmer werden demnach von ihren Banken vollumfänglich  über das Ergebnis des Bankenratings für ihren Betrieb informiert. Sparkassen informieren im Schnitt besser als etwa Geno-Banken. Ebenfalls nur sechs Prozent erleben, dass ihr Institut ihnen öffentliche Förderkredite aktiv anbieten. Und nur drei Prozent stimmen voll der Aussage zu, dass Sicherheiten bei der Kreditgewährung nicht die entscheidende Rolle spielen.

Ratingnote kennen

„Damit wird deutlich, dass die Verhandlungsposition der kleineren Unternehmen im Kreditgespräch relativ schwach ist“, erklärt Andreas Glandorf, Mitglied in der Fachgruppe Finanzierung-Rating der KMU-Berater. Denn die Ratingnote als wesentliche Grundlage jeder Kreditentscheidung müsse ein Unternehmen kennen, um seine Verhandlungsposition einschätzen zu können. Ebenfalls wichtig seien die Ergebnisse der Kapitaldienstfähigkeitsberechnung und die Bewertung der gegebenen Sicherheiten durch die Bank.

Beharrlich bleiben

„Unternehmen, die diese drei Bestimmungsfaktoren für die Kreditbereitschaft ihrer Bank kennen, können die eigene Verhandlungsposition realistisch einschätzen und gehen damit gut vorbereitet in ihre Kreditverhandlungen“, führt Glandorf aus. Die KMU-Berater empfehlen den Unternehmern, ihre Bankbetreuer beharrlich nach dem Ergebnis des Bankenratings, der Kapitaldienstfähigkeitsberechnung und der Sicherheitenbewertung zu fragen. Auf dieser Informationsbasis falle den Unternehmen auch das Einfordern öffentlicher Förderkredite leichter. „Dass die Kreditinstitute hier unverändert so wenig aktiv beraten, sollten Unternehmen nicht hinnehmen“ so Glandorf.

Zwei Banken

Die KMU-Berater empfehlen außerdem, sich nicht auf eine kreditgebende
Hausbankbeziehung zu verlassen. „Zwei kreditgebende Hausbanken sollten der Standard sein“, ist der Experte überzeugt. Darüber hinaus sollten die Unternehmen prüfen, ob weitere Finanzierungsalternativen wie Leasing, Factoring, Finetrading, Beteiligungskapital und ergänzende Angebote im Internet für ihren Finanzierungs-Mix interessant und sinnvoll sind. Besonders auffällig ist dieses Jahr die skeptische Sichtweise der kleineren Unternehmen – ein Ergebnis das auch die KfW-Unternehmensbefragung 2017 gezeigt hat“, so Glandorf.

Mit Soft-Facts punkten

Grundsätzlich werden alle Kreditnehmer von den Banken geratet und in ihrer Bonität bewertet. Vom Bonitätsergebnis hängt unter anderem die Höhe der zu zahlenden Zinsen ab. Damit hat das Rating eine direkte Auswirkung auf die Zinsbelastung und damit das Finanzergebnis von Unternehmen. Wenngleich Firmen im Bereich der Hardfacts (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) nur sehr wenig Einfluss auf ihr Ratingergebnis nehmen können, besteht die Möglichkeit, im Softfact-Bereich durch eine gute Informations- und Kommunikationspolitik das Ratingergebnis positiv zu beeinflussen.

 

Wie Digitalisierungsprojekte finanziert werden können

Kunden, Lieferanten oder Kreditinstitute investieren aktuell massiv in ihre Digitalisierung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Kritisch ist dabei immer wieder die Finanzierung, zumal Investitionen nicht eindeutig zuordenbar oder in ihrer absoluten Höhe absehbar sind. Banken und Sparkassen tun sich deshalb schwer, solche Anfragen zu bearbeiten, sagen Finanzierungsexperten des Verbandes „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater“. Sie bringen Alternativen für die mittelständische Finanzierung von Digitalisierungsprojekten ins Spiel.

Softfacts contra Sicherheiten

Das Problem der digitalen Investitionskosten sind die weichen Faktoren wie Strategie-Entwicklung, Software, Mitarbeiterschulungen, die sich dahinter verbergen, erklärt Georg Gerdes. Das Mitglied der Fachgruppe Finanzierung-Rating der KMU-Berater: „Bei der Finanzierung solcher Investitionen fehlen den Banken die üblichen Sicherheiten, die als Sachwert dagegenstehen.“ Auch könnten Kreditinstitute die Auswirkungen von Digitalisierungsprojekten auf die Geschäftsmodelle ihrer Kunden nur schwer einschätzen – müssen also eine hohe Unsicherheit in Kauf nehmen.

Fortlaufende Liquiditätsplanung

Um Banken zu überzeugen, empfiehlt Gerdes, frühzeitig zu erarbeiten und zu erläutern, wie die Digitalisierung das Geschäftsmodell, Abläufen und IT-Strukturen des Unternehmens verändert und idealerweise verbessert. Auf dieser Basis sollten die sich daraus ergebenden und oftmals über Jahre notwendigen Investitionen möglichst konkret nach Zeitverlauf und Höhe erfasst und regelmäßig fortgeschrieben werden. Parallel dazu sollte die eigene Liquidität realistisch überprüft werden – sowohl hinsichtlich der Finanzierungsstrukturen wie der Sicherheiten-Situation.

Alternativen suchen

Auf dieser Basis kann eine Finanzierungsstrategie entstehen, bei der alle Sachinvestitionen des Unternehmens langfristig etwa über öffentliche Fördermittel oder Leasing finanziert werden. Das schont die eigene Liquidität, so dass die ‚weichen Kosten‘ der Digitalisierung möglichst durch die eigene Finanzierungskraft des Unternehmens über die Jahre finanziert werden können fügt Gerdes hinzu.

Cashflow is King

Dass Digitalisierungsprojekte zum ganz überwiegenden Teil aus dem Cashflow finanziert werden können, belegt eine Studie, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft im Auftrag der KfW Bankengruppe durchgeführt haben. Die häufigste Finanzierungsform nach dem Cashflow, den mit 92 Prozent nahezu alle Unternehmen nutzen, ist Leasing mit 27 Prozent, gefolgt von kurzfristigen Bankkrediten, die neun Prozent der Unternehmen nutzen.

Öffentliche Hand kaum gefragt

Öffentliche Zuschüsse für Projekte hätten nur fünf Prozent der Betriebe erhalten, während nur ein Prozent öffentliche Kredite in Anspruch nahm. Auch der Anteil der Unternehmen, die Fördermittel für Digitalisierungsprojekte in Anspruch nehmen, ist mit gut fünf Prozent insgesamt nicht hoch, heißt es in der Studie. Bislang konzentrierte sich die Nutzung der Mittel auf Unternehmen, die infolge ihrer Größe oder ihrer starken Aktivität im Feld der Digitalisierung hohe Ausgaben haben.

Dagegen finanzierten junge Unternehmen mit einem Alter von bis zu zehn Jahren ihre Digitalisierungsprojekte etwas seltener über laufende Einnahmen. Mit Blick auf die Nutzung anderer Finanzierungsformen zeigten sich jedoch kaum Unterschiede zum Durchschnitt des Mittelstandes.

Anfrage nach Unternehmenskrediten steigt

Unternehmen fragen mehr Kredite nach

Das billige Geld der Europäischen Zentralbank  (EZB) findet langsam seinen Weg zu den Unternehmen. Das geht aus einer Umfrage der Währungshüter zum Kreditgeschäft im Euroraum (Bank Lending Survey) für das zweite Quartal hervorgeht.

Firmenkreditvergabe fällt geringer aus

Demnach zog die Nachfrage nach Darlehen im Frühjahr in allen Kategorien an. So waren Unternehmenskredite zum Beispiel in den Niederlanden, Deutschland und Italien stärker gefragt. Das niedrige Zinsniveau und günstige Aussichten für den Immobilienmarkt sorgten zudem dafür, dass sich Haushalte im zweiten Quartal stärker um Immobilienkredite bemühten.

Für das dritte Quartal gehen die Institute davon aus, dass die Kreditnachfrage weiter zunimmt. Im Detail verzeichnete die Kreditvergabe an private Haushalte einen Anstieg im Jahresvergleich um 2,6% nach zuvor ebenfalls 2,6%. Dagegen fiel die Kreditvergabe an Unternehmen mit 2,1% nach zuvor 2,4% geringer aus.

Kreditwachstum hinkt hinterher

Laut dem Chefökonom der Förderbank KfW, Jörg Zeuner, hinkt das Kreditwachstum der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt weiter hinterher. Auch wenn sich dadurch viele Investitionsprojekte verzögerten, habe die Zurückhaltung der Institute ihre positive Seite: „Denn Sorgen über die Entstehung einer Kreditblase brauchen wir uns im Moment nicht zu machen“, so Zeuner.

Der Umfrage ist weiter zu entnehmen, dass die Banken im zweiten Quartal ihre Bedingungen für Unternehmens- und für Immobilienkredite weiter aufweichten. Die abermalige Lockerung erfolgte überraschend, da laut EZB in der vorangegangenen Umfrage eine leichte Straffung erwartet worden war. Diese Standards betreffen in erster Linie die Zinsmargen für die neu vergebenen Kredite.

Finanzierungsmix macht unabhängiger

Diese werden gesenkt, was bedeutet, dass die Banken die Risikoaufschläge für die Schuldner verringern. Weitere Standards können Schutzklauseln sein, mit denen sich Banken gegen einen Ausfall des Kreditnehmers absichern können. Festzuhalten ist, dass die EZB schon seit längerem ihre Geldschleusen weit offen hält und mit einem Leitzins auf Rekordtief von 0,0 Prozent für günstige Finanzierungsbedingungen sorgt. Zudem erwirbt sie seit März 2015 in großem Stil Staatsanleihen, um Geldhäuser zur stärkeren Kreditvergabe anzuregen.

Für deutsche Mittelständler, die sich von der in Deutschland traditionellen Finanzierung über die Hausbank lösen wollen, gibt es  Finanzierungsalternativen, wozu auch Finetrading gehört. Finetrading kann Teil eines Finanzierungsmixes sein,  bestehend aus Darlehen, Kontokorrentkredit, Leasing und Factoring. Der Grund, warum Mittelständler zusehends interne Finanzierungsmittel nutzen, rührt daher, dass sie unabhängig und wirtschaftlich selbständig bleiben wollen. Regularien wie Basel III beschleunigen diesen Trend.

Fahrradhändler auf Erfolgsspur mit Finetrading

Im Radfieber

Fahrräder sind in Deutschland hoch im Kurs. In Großstädten finden sich unzählige der Zweiradliebhaber auf den Straßen wieder. Aber individuell soll der Drahtesel sein. Das hat Marcel Jansen aus Holland frühzeitig erkannt, gründete einen Fahrrad-Accessoire-Laden in Köln und expandierte. Ermöglicht auch durch Finetrading.

Zweiräder sind Saisongeschäft. Das weiß auch Marcel Jansen. Der Geschäftsinhaber von „Liix“ und „Radfieber“ im Belgischen Viertel in Düsseldorf muss seine Ware im Oktober bestellen. Im Januar kommt die Lieferung. Ab März kann er die Teile erst verkaufen. Das verlangt nach Überbrückungszeit zwischen Wareneingang und Saisonauftakt im Frühling. Bezahlt werden müssen sechsstellige Beträge im höheren Segment. Die Lösung: Finetrading. Ein Freund aus der Finanzbranche brachte Jansen darauf, als er nach alternativen Krediten sucht. Variable Zahlungsziele, verbesserte Liquidität und geringe Bürokratie überzeugen ihn. So kann Jansen bis zur Saison durchatmen und sich auf die kommende Verkaufszeit konzentrieren. Als einziges Manko nennt er die etwas höheren Zinsen im Vergleich zu Banken.

Ausgefallenes Fahrradzubehör
Fahrradzubehör von Liix – Einkaufsfinanzierung über Finetrading (Foto Radfieber)

Schon sein Großvater bediente das Klischee. Er handelte im holländischen Haarlem mit Fahrrädern. Sein Vater folgte und so lag es nahe, dass auch Marcel Jansen die Dynastie weiterführt. Jedoch mit Umwegen. „Ich wollte ursprünglich nicht in die Fußstapfen meines Vaters treten“, erzählt er. Stattdessen wollte er BWL studieren und etwas „Ordentliches“ arbeiten. Nebenbei jobbte er beim WDR als Kameramann, am Wochenende half er seinem Vater im Laden. Schnell merkte Jansen, dass Kameramann nicht seine Berufung war. Die Drahtesel holten ihn ein.

Zeitensprung: Liix geht durch die Decke. Jansens abgebrochenes BWL-Studium reicht, um zu erkennen, dass er an einen Punkt gekommen ist, wo er über weitere Finanzmodelle nachdenken sollte. Die Saisonware wie Klingeln und Fahrradkörbe sollen in großen Mengen vorfinanziert werden. Bisher funktioniert dies aus dem Cashflow. Weitere Anbauten oder Gebäude sind zeitgleich jedoch unmöglich zu finanzieren. Das Problem: Seine Lieferanten sitzen in Japan. Dort sind viele Unternehmen im Januar aufgrund von Feiertagen geschlossen. Die Ware muss demnach mit einem Vorlauf von zwei Monaten, also im Oktober, bestellt werden. Liix wächst stetig; sodass Jansen 2005 überlegte, in ein Industriegebiet umzuziehen. Große Hallen, kühles Klima inklusive. Angesichts der Auftragslage wäre das für jeden BWLer intelligent.

Doch die Geschichte hinter seinem Beachcruiser- und Accessoire-Handel würde in solchen Hallen untergehen. Diese handelt von zwei Freunden, die beschließen nach dem Bankrott eines US-Vorbildes ihr eigenes Fahrrad-Label Electra zu gründen. Die  Accessoires dafür kommen aus Taiwan. Die schicken Teile wecken die Aufmerksamkeit anderer Fahrradhändlern. Aufträge vermehrten sich, ein eigener Laden muss her. Genervt von fehlenden Lieferanten für Fahrradaccessoires und der hohen Nachfrage nach individuellem Zubehör, reicht die Gründung von Radfieber aber nicht aus. In den 90ern gründet er zusätzlich den Fahrrad-Accessoire-Laden Liix.

Der Name setzt sich aus den Vornamen seiner Töchter Lil und Trix zusammen. Verzierte Klingeln oder Sattelbezüge – Hauptsache bunt und ausgefallen – kommen gut an.

Heute freut sich der 42-Jährige über seinen erhaltenen Standort. „Hier sind viele Künstler, Studenten und andere Freidenker“, erzählt Jansen. Da sitzt der Unternehmer gerne in einem Cafè und lässt sich von neuesten Trends und den Menschen inspirieren. Das ist ihm mehr wert, als eine große Halle.

Negativzinsen: Licht am Ende des Tunnels

Während die US-Notenbank bereits umgesteuert hat, dürfte in Europa der Leitzins bis zum Frühjahr 2018 stabil bleiben

Als Folge der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 haben die Zentralbanken der Welt den Zins drastisch gesenkt. Wobei die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen im Euroraum später als die US-Notenbank Fed zurückgeführt hat. Seitdem hat auch die EZB den Zins schrittweise auf ein Rekordtief von null Prozent gesenkt.

Kredite ohne Erspranis

Für Ökonomen wie Thorsten Polleit gibt es vor allem zwei wichtige Gründe, warum die aktuellen Zinsen „unnatürlich“ niedrig sind:

1.  Die Zentralbanken (in Kooperation mit den Geschäftsbanken) weiten die Geldmenge per Kreditvergabe aus – durch Kredite, denen keine „echte Ersparnis“ zugrunde liegt.

2.  Die Zentralbanken treten als Käufer auf den Anleihemärkten auf und drücken dadurch die Zinsen zusätzlich nach unten. Die Notenpresse der Zentralbanken wurde auch angeworfen, um strauchelnde Schuldner vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Durch diese „Versicherungsleistung“ senkten sie die Zahlungsausfallprämien in den Kreditmärkten und ermutigen dadurch Investoren, Schuldnern mit vergleichsweise schlechter Kreditqualität neues Geld zu leihen.

Achtung Blasenbildung

Die niedrigen Marktzinsen drängen Investoren dazu, in relativ risikoreiche Anlagen wie Aktien oder hochrentierliche Bonds zu investieren. Als Folge dieser breit angelegten Kapitalfehllenkung kann es zu „Blasen“ auf den Vermögensmärkten kommen. Auf der „Jagd nach Rendite“ und als Folge der künstlich niedrigen Zinsen investieren institutionelle Anleger zusehends in Immobilien. Da sich mittlerweile an vielen Märkten eine beträchtliche Blase herausgebildet hat, scheint sich ein Umdenken bei den Zentralbankern anzubahnen.

Da EZB-Präsident Mario Draghi vor kurzem Andeutungen zu einem möglichen Ende der lockeren Geldpolitik und der Anleihekäufe gemacht hat, ist in Europa das Zinsniveau merklich gestiegen.

Zinsniveau steigt

Auf ihrer jüngsten Sitzung im Juni hat die EZB Leitzinsen und Ankaufsprogramme, wie erwartet, unberührt gelassen. Trotz der anhaltend guten Wachstumszahlen in der Eurozone und der gestiegenen Inflationsrate. Unterdessen hat die US-Notenbank die Leitzinsen zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Damit ist nun ein Zinsniveau von 1,0 bis 1,25 Prozent erreicht. Die Fed stellt zudem noch eine weitere Zinsanhebung für 2017 in Aussicht. 2018 soll der Zinserhöhungszyklus weitergehen.

Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate stellt sich dennoch die Frage, ob bzw. wann die EZB den Leitzins nach oben anpasst. In „normalen“ Zeiten spräche das spürbar verbesserte konjunkturelle Umfeld in der Eurozone für eine zeitnahe Leitzinserhöhung. Zunächst dürften die Negativzinsen, die erhebliche Kollateralschäden in der europäischen Finanzarchitektur zur Folge haben, wohl im dritten Quartal 2017 kassiert werden. Im vierten Quartal dürfte eine ernste Debatte über den ersten Zinsschritt beginnen, der wohl im ersten Halbjahr 2018 auf der Agenda steht. Zeitgleich ist davon auszugehen, dass die quantitativen Maßnahmen ab 2018 sukzessive verringert werden.

 

Finanzierung: Fehler umgehen

Wie Sie Finanzierungsfehler vermeiden

Fast alle Mittelständler haben Kredite. Doch viele von ihnen planen den Finanzierungsmix nicht strategisch. Oft werden Kreditgespräche erst gesucht, wenn der Bedarf an frischem Geld akut ist. Dabei sollten in Unternehmen mindesten einmal pro Jahr alle Finanzwerkzeuge auf den Prüfstand. Denn allzu oft schleichen sich Fehler ein. Hier eine Liste der groben Schnitzer bei der Finanzierung und wie Sie diese ausbügeln:

Kurzfristige Kredite für langfristige Investitionen. Immer wieder stellt sich heraus, dass Kreditlaufzeiten zu kurz sind. Sportlich, wer Immobilen nach zehn Jahren abbezahlt haben möchte. Ambitioniert, wer Maschinen nach fünf Jahren abgeschrieben hat. Doch, ob die Ziele immer mit den Erträgen im Betrieb zusammenpassen, wissen viele Unternehmer oft erst hinterher. Dann haben Sie allerdings meist eine teure Anschlussfinanzierung abgeschlossen – und damit Geld verschenkt. Prüfen Sie immer vor Vertragsabschluss, wie realistisch die angestrebte Kreditlaufzeit sein kann.

Anschlusskredite verweigert. Immer wieder wird die Bearbeitungszeit der Banken für Kreditanträge unterschätzt. Diese müssen vor allem bei kleineren Kreditinstituten vom Vorstand genehmigt werden. Kreditsachbearbeiter bereiten die Vorlagen oft nur vor. Entschieden wird in der Chefetage. Das kann dauern, weil dort ein Flaschenhals entsteht. Wenn Mittelständler diese Zeitspannen unterschätzen und den Kreditantrag zu spät stellen – vor allem für Anschlussfinanzierungen – kann es schnell zu spät sein. Die Bank verweigert den Kredit (zum gewünschten Zeitpunkt). Als Folge müssen Sie teuer zwischenfinanzieren.

Hohe Fixkosten. Leider sind in vielen Finanzierungen die fixen Kosten zu hoch. Schauen Sie, dass der Finanzmix variable Anteile beinhaltet. Sie etwa Raten aussetzen können, oder Sondertilgungen leisten. Außerdem sollten Sie auf verdeckte Kosten achten, wie jährliche Servicegebühren oder Ausgabeaufschläge. Beide lassen den Effektivzins nach oben schnellen. Fragen Sie Ihren Kreditgeber nach diesen Zusatzkosten und ob im Lauf der Zeit mit weiteren Gebühren zu rechnen ist.

Zahlungsmoral überschätzt. Verschaffen Sie sich einen genauen Überblick, wann Sie welcher Kunde zu welchen Konditionen zahlt. Daraus können Sie einen Liquiditätsplan erstellen, der sich in die Zukunft richtet. Viele Mittelständler überschätzen die Zahlungsmoral ihrer Kunden. Geldeingänge sind schleppender als gedacht und in der Folge müssen sie ihrerseits ans Kreditlimit gehen, weil die Bank Darlehnsraten fristgerecht abbucht. Ebenso oft werden Zahlungsausfälle im Investitionsplan vergessen. Denken Sie an die Quote schlechter Kunden. Auch sie kann dafür sorgen, dass kurzfristig ihrerseits eine Liquiditätslücke entsteht.

Personalkosten falsch kalkuliert. Wird beispielsweise der Maschinenpark erneuert, sind möglicherweise zu viele Arbeitskräfte an Bord. Oder sie haben die falsche Qualifikation. Denn mit gestiegenem Automatisierungsgrad neuer Anlagen brauchen Sie womöglich weniger Maschinenführer, dafür hoch qualifizierte Softwareingenieure. Diese verdienen aber mehr Gehalt als weniger gut ausgebildete Maschinisten, beachten Sie diese sprungfixen Kosten bei der Investition.
Alternativ ist der Rationalisierungseffekt einer neuen Maschine so groß, dass drei Facharbeiter zu viel in der Werkshalle sind. Auch hier frisst der überschätzte Personalbedarf die Einspareffekte und die Finanzierung kippt.

Zu knapp kalkuliert. Wer knapp finanziert, rutscht in eine chronische Überziehung der Kontokorrentlinie. Hier hilft ein besserer Mix aus verschiedenen Finanzierungsquellen aus der Not. Warenfinanzierungen oder frisches Geld von Fintechs werden immer häufiger zur Alternative im Mittelstand. Auch Nachfinanzierungen sind in der Regel teuer. Wer die Budgets zu knapp berechnet, muss mitunter nochmal zu Bank. Die will dann weitere Sicherheiten und verlangt oft höhere Zinsen für das Extrageld. Gerne vergessen werden bei großen Finanzierungsvolumen Betriebsmittel (Büroeinrichtung, kleine Maschinen). Diese Anschaffungskosten lassen sich bequem über kurzfristige Geldgeber vorstrecken – wenn dort der Kreditrahmen steht.

Finanztrend: Weg von der Bank

Bankenunabhängig finanzieren

Der deutsche Mittelstand finanziert sich alternativ. Zumindest stehen immer mehr vor allem familiengeführte Unternehmer Factoring, Finetrading oder Crowdlending offen gegenüber. Der Grund liegt zum einen in der Regulierungsinitiative Basel III, diese beschleunigt den Trend aber nur. Ursächlicher für die gewichtigen Strukturverschiebungen sind diese fünf Trends:

Nutzungsrechte statt Eigentum. Bei vielen Unternehmern reift die Gewissheit: Nicht Eigentum, sondern Nutzungsrechte (an Wirtschaftsgütern) schaffen Werte. In dem Tempo, in dem sich technische Erfindungen und Produktzyklen verkürzen, nehmen Leasing – und Finanzformen wie Factoring oder Finetrading – eine zentrale strategische Bedeutung ein. Insbesondere kleine und mittlere Betriebe überlegen Lkws, CNC-Maschinen, den Server oder Umlaufvermögen alternativ zu finanzieren.

Beziehung zur Bank beschädigt. Die Welle „Weg von der Bank“ ist seit der Finanzkrise zu beobachten. Flankiert wird der Gesinnungswandel von einer jungen Generation an Unternehmenslenkern. Diese kennen mehr als ihre Hausbank. Stichwort: Fintechs. Hinzu kommt, dass früher örtliche Filialleiter der Sparkassen und Volksbanken „Ihre Unternehmen“ kannten. Sie entschieden oft nach Bauchgefühl. Der Personalabbau in den Instituten hat zur Folge, dass heute oft Kreditexperten in fernen Zentralen entscheiden. Ausschlaggebend sind dann anonyme, interne oder sonstige Ratings anstelle intimer Kenntnisse und mehrjährigem Vertrauen.

Kredite verlagern. Die Bundesbank-Statistik weist in den rückliegenden Jahren eine wachsende Anzahl an konzerninternen Kreditgewährungen aus, als Folge von Unternehmenskäufen. Der deutsche Mittelstand will mit den Erwerben zwar zu allererst seinen Markt absichern oder das Portfolio abrunden. Aus diesen Verbünden heraus wachsen aber auch neue Finanzierungsmodelle. Geld vom Anleihemarkt (bevorzugen vor allem größere Mittelständler) aber auch Finanzierung entlang der Wertschöpfungskette, wie Abschlagszahlungen von Kunden oder Lieferantenkredite, nehmen zu.

Mehr Selbstfinanzierung. Immer mehr Mittelständler streben eine Unabhängigkeit von Banken an. Sie wollen wirtschaftlich selbständig bleiben und suchen daher interne Finanzierungsmittel. Diese stammen aus Vorgängen im Betrieb (Umsatzprozess, Einbehaltung von Gewinnen, Finanzierung aus Abschreibungen und Rückstellungen). Diese Selbstfinanzierung hat enorme Vorteile: Unternehmer vermeiden Emissionskosten. Herrschaftsverhältnisse im Unternehmen bleiben unberührt. Und über diese Finanzmittel können Chefs frei verfügen.

Verbriefte Finanzierung. Insbesonders größere, mittelständische Unternehmen greifen verstärkt auf verbriefte Refinanzierungen zurück. Eine Alternative zum klassischen Kredit ist das Schuldscheindarlehen. Fachleute nennen es „Einstiegsmodell zum Kapitalmarkt“. Deutsche Börsen haben Spezialsegmente eingerichtet, um Mittelständlern Wege zum Kapitalmarkt zu ebnen. Offensichtlich mit Fortune. Investoren suchen Alternativen, um Renditen zu erzielen. Der Niedrigzins macht´s möglich.

Eine Rechnung richtig schreiben

Kardinalfehler und wie sie sich vermeiden lassen

Das kommt öfters vor als gedacht: Etlichen Firmen unterlaufen formelle und inhaltliche Fehler beim Erstellen der Rechnung. Diese Mängel können teuer werden. Deshalb empfehlen wir auf diese Punkte zu achten:

Pflichtangaben einhalten

Dass Rechnungen schreiben Sorgfalt benötigt, weiß Maschinenbauer Frank S. Der Inhaber von eines mittelständischen Betriebes mit 15 Mitarbeitern hat bei der Steuerprüfung Lehrgeld bezahlt. Grund: Fehlerhafte Rechnungen. Laut Umsatzsteuergesetzes (UStG, Artikel 14) müssen auf einer Rechnung bestimmte Angaben stehen. Zu diesen zählen Steuer- und Rechnungsnummer, Netto- sowie Bruttobetrag. Wer hier nachlässig ist, dem drohen Konsequenzen. Der Empfänger bekommt keine Vorsteuer erstattet, der Rechnungssteller zahlt unnötige Umsatzsteuern. Besonders unangenehm für die Kunden, sie müssen dann mit bis zu 19 Prozent höheren Kosten rechnen.

Kopieren vermeiden

Für das Stellen der Rechnung ist im Maschinenbaubetrieb der Buchhalter zuständig. Um sich Arbeit zu sparen, nutzt er alte Rechnungen als Vorlage. Dabei schleichen sich fehlerhafte Positionen, wie falsche Leistungszeiträume oder Beträge, ein. Auch passiert es ab und zu, dass sie Tippfehler überträgt. Diese Fehler sind zwar verzeihlich, solange die Pflichtangaben eindeutig erkennbar sind. Ärgerlich ist es, wenn der Buchhalter fehlerhaft kopierte Rechnungen und diese an Kunden schickt. Im Idealfall hagelt es sofort Reklamationen. Im dümmsten Fall findet der Finanzamt-Prüfer sie Jahre später.

Rechnungen korrigieren

Fakt ist: Rechnungssteller sind verpflichtet, Fehler zu korrigieren. Dabei stornieren sie die alte Rechnung und kennzeichnen diese als Storno oder Korrektur. Die neue, fehlerlose erhält eine eigene Rechnungsnummer. Jedoch mit einem Hinweis auf die ursprüngliche Rechnung. Der Zusammenhang zum alten Dokument muss deutlich sichtbar sein. Es empfiehlt sich eine Rechnungssoftware oder Vorlagen zu nutzen. Das senkt das Fehlerrisiko.

Rechtzeitige Prüfung

Nicht selten fallen falsche Rechnungen erst nach Jahren auf. Meistens finden Betriebsprüfer die Mängel. Rechnungen einfach abzuheften, reicht daher nicht. Das Problem: Kontrolle findet oft keinen Platz im hektischen Arbeitsalltag. Betriebe verschenken hohe Summen, weil Korrekturen im Nachhinein nur schwer möglich sind. Die Gründe dafür sind etwa der Wechsel von Ansprechpartnern oder Betriebe existieren nicht mehr, weil sie insolvent gegangen sind. Eine umgehende Prüfung ist daher wichtig. Obendrein noch ein Tipp: Wer Rechnungen schnell bezahlt, gilt als Sofortzahler und genießt ein hohes Ansehen. Wie Finetrading Sie dabei unterstützen kann, erfahren Sie hier.

Rechtzeitige Korrektur

Zudem sollte man verspätete Korrekturen von Rechnungen vermeiden. Das rät der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller (BVBC). Steuerzahler müssen auf Nachforderung hohe Zinsen an das Finanzamt zahlen. Das Problem: eine Rechnungskorrektur wirkt nicht zurück. Die Kürzung der Vorsteuer zieht Nachzahlungszinsen von sechs Prozent pro Jahr mit sich. Unnötige Kosten für Betriebe. Eine rückwirkende Rechnungskorrektur kann nur durch den Europäischen Gerichtshof beschlossen werden. Betriebe können unter Hinweis auf das anhängige EU-Verfahren Einspruch gegen die Zinsfestsetzung einlegen.

Moderne Rechnungsstellung

Rechnungen als PDF oder mit Hilfe einer speziellen Software online zu verschicken, setzt sich immer mehr durch. Das Porto wird gespart und der Kunde erhält Rechnungen schneller. Einziger Nachteil ist, dass Privatkunden ihre E-Mails womöglich nicht regelmäßig lesen, Rechnungen also untergehen können. Wichtig ist auch das Design. Das ist schließlich der letzte Eindruck den der Kunde vom Betrieb bekommt. Optisch schön und eventuell sogar mit passender Infobroschüre können Rechnungen per Post oder online ein echter Hingucker sein.

Liquiditätsmanagement: So bleiben Sie flüssig

7 Tipps, damit ihr Unternehmen flüssig bleibt

VON DIRK OLIVER HALLER

Spüren Sie Grau-Lager auf, denn die kosten Geld. Seien es zusätzliche Päckchen Schrauben an der Werkbank oder Extra-Druckerpapier im Büroschrank. Spüren Sie diese Lager auf. Diese werden „grau“ genannt, weil Sie entstehen, wenn es keine klaren Regeln bezüglich Lagerplätzen von Roh-, Halb- und Fertigwaren gibt. Oder kein Bewusstsein dafür, dass diese Regeln einzuhalten sind. Auch ziehen sie Folgekosten nach sich. Blockiert ein Lagergut einen Verkehrsweg, gehen Kollegen Umwege oder die Berufsgenossenschaft bemängelt, dass Fluchtwege zugebaut sind. Im Schadensfall kann das teuer werden.

Schreiben Sie täglich Rechnungen, nicht nur einmal im Monat. Sobald ein Auftrag erledigt ist, geht die Rechnung automatisch raus. Wenn Sie Skonto gewähren ist es clever, dieses als Geldbetrag auszuweisen. So sieht Ihr Kunde sofort, wie viel er spart, wenn er sofort bezahlt. Geht das Geld nicht pünktlich ein, rufen Sie Ihren Kunden persönlich an. Fragen Sie ohne Vorwurf nach dem Grund der säumigen Zahlung. Und bieten Sie Hilfe an, falls Ihr Kunde in Liquiditätsproblemen steckt. Das können Teil- und Ratenzahlungen sein. Vielleicht ist Ihre Rechnung aber auch nur im Trubel unter gegangen.

Zahlen Sie sofort Ihre Rechnungen. Dann können Sie Skonto ziehen und gelten als Sofortzahler, was Ihnen bei künftigen Preisverhandlungen hilft. Viele Firmen gewähren zusätzliche Rabatte, wenn sie keinen Lieferantenkredit geben müssen. Wenn Ihre Kontokorrentlinie bei der Bank dafür nicht ausreicht oder Sie diesen für andere Zwecke als Warenbeschaffung einsetzen wollen, erweitern Sie Ihren Finanzierungsmix. Finetrading ist hier eine immer stärker wachsende Alternative, weil sie Ihnen die Vorteile eines Sofortzahlers bietet – Sie aber bis 120 Tage Zahlungsziel haben.

Die Parteien beim Finetrading
Ablauf eines Finetrading-Geschäfts

Verhandeln Sie Zahlungsmodalitäten. Und lehnen Sie auch mal Aufträge ab, wenn diese nicht lukrativ sind. Speziell bei Neukunden, deren Bonität ungeprüft ist, sollten Sie vorsichtig sein und über Geldflüsse wie Vorauskasse oder Abschlagszahlungen im Vorfeld verhandeln. Auch eine Bankbürgschaft zu fordern, ist bei Kunden mit schwacher Bonität üblich. Wenn die Firma Pleite geht, droht Ihnen ein kompletter Forderungsausfall. Andernfalls ziehen sich Zahlungen Monate lang hin, Sie sind dann die Bank des Kunden. Auch das schadet Ihrer Liquidität.

Senken Sie Ihre Kreditgebühren: Steht ein Großauftrag oder ein umsatzstarkes Saisongeschäft an, suchen Sie für die Warenfinanzierung nach Kreditalternativen zur Hausbank. Grund: Kontokorrent-Überziehungen der sind meist teuer. Und Bewilligungen (gegen zusätzliche Sicherheiten seitens der Bank) ziehen sich oft hin. Meistens sind Angebote auf dem online Kapitalmarkt günstiger als hohe Überziehungszinsen.

Verteilen Sie Großaufträge auf mehrere Schultern. Wer mit einem großen Auftrag mehr als die Hälfte seiner Kapazitäten bindet, handelt fahrlässig. Schaufeln Sie Ressourcen frei, indem Sie sich passende Kooperationspartner suchen. Bedienen Sie mit diesen gemeinsam den Großauftrag. Das wird sich positiv auf Ihr Liquiditätsmanagement auswirken, weil wenn im Streitfall Zahlungen verschleppt werden oder gar ausfallen, ist ihr Delkredererisiko gemindert.

Rechnen Sie richtig, wenn Sie investieren wollen. Folgekosten wie Wartung, Reparatur oder zusätzliches Personal gehen ins Geld. Kalkulieren Sie diese bereits mit ein, wenn Sie Investitionen etwa in Vertrieb oder Maschinenpark vornehmen wollen. Prüfen Sie, ob Sie die Investitionen auch im Falle eines Umsatzrückgangs stemmen können. Falls nicht, dann wählen Sie besser einen Weg über Subunternehmen oder Outsourcing.