Wie KMU’s ihre Finanzierung optimieren können

Das Potential  in einigen Branchen ist noch nicht ausgeschöpft

Digitalisierung und technologischer Wandel haben viele unternehmerische Prozesse rasant verändert – allerdings nicht in allen Bereichen. So zeigt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Compeon, dass viele kleine und mittelständischen Unternehmen (KMU’s) bei der Finanzierung auch heute noch am traditionellen Hausbankmodell festhalten. Fast drei Viertel der befragten Unternehmer gibt an, nur eine oder zwei Bankverbindungen zu unterhalten. Die Folge: Durch die mangelnde Markttransparenz beim Konditionenvergleich und das Ausblenden alternativer Finanzierungsmodelle bleiben beachtliche Optimierungspotenziale ungenutzt.

Mehr Transparenz reduziert die Finanzierungskosten

Allein schon bei den klassischen Finanzierungsinstrumenten offenbart die Studie großen Nachholbedarf in puncto Konditionenvergleich. Mehr als 75 Prozent der befragten Unternehmer führen keine umfangreichen Vergleiche von Finanzierungsanbietern durch. Welche Auswirkung schon eine kleine Ausweitung des Kreises der Finanzierungsgeber hat, zeigen die erzielbaren Durchschnittszinsen: Wer eine oder zwei Bankverbindungen hat, zahlt im Schnitt 7,0 Prozent Zins für den Kontokorrentkredit, während Unternehmen mit drei oder mehr Bankverbindungen ihre Kontokorrent-Finanzierungen zu durchschnittlich 5,6 Prozent erhalten. Das entspricht einer Ersparnis von 20 Prozent.

Auch der Zugang zu Fördermitteln ist für Unternehmen häufig versperrt, obwohl beispielsweise die KfW-Förderprogramme über fast alle Geldinstitute in Deutschland beantragt werden können. Das Problem: In den Beratungsgesprächen fallen zinsverbilligte Darlehen von Förderbanken oft unter den Tisch. Sechs von zehn Unternehmern berichteten, dass ihnen in den Finanzierungsberatungen keine Förderprogramme angeboten worden sind – bequem für die Bank, aber teuer für das Unternehmen.

Wer sich allein auf die Hausbank fixiert, lässt in aller Regel auch die Möglichkeiten ungenutzt, die bankenunabhängige Finanzierungsinstrumente vorweisen können. Nur jeweils sechs Prozent der von Compeon befragten Unternehmer setzten Factoring und Finetrading als bankenunabhängige Ergänzung im Finanzierungsmix ein.

Bankenunabhängige Instrumente machen die Finanzierung effizienter

Dabei lassen sich in manchen Bereichen Finanzierungen mit modernen Instrumenten effizienter gestalten als mit einem herkömmlichen Bankkredit. Beispiel Finetrading: Dieses Finanzierungsmittel, das auf einem Handelsgeschäft basiert und über das Zahlungsziel gesteuert wird, kann nicht nur bei der Finanzierung größerer Wareneinkäufe auf einfache und flexible Weise genutzt werden. Wer als Exporteur einen Finetrading-Anbieter wie beispielsweise die Interfin-Muttergesellschaft DFT Deutsche Finetrading AG mit ins Boot nimmt, kann seinem Kunden im Ausland ein Komplettpaket aus Warenlieferung und Finanzierung mit anbieten.

Damit wird deutlich: Soll die Finanzierung nicht irgendwann einmal zur Achillesferse des Unternehmens werden, braucht es noch in vielen mittelständischen Betrieben ein Umdenken. Mehr denn je kommt es darauf an, für jedes Vorhaben das optimal passende Finanzierungsinstrument einzusetzen. Bankenunabhängige Modelle wie Finetrading können dank des Verzichts auf Sicherungsübereignungen und die flexible Tilgung helfen, den finanziellen Freiraum zu erweitern und eine maßgeschneiderte Liquidität zu erzielen.

 

 

 

 

 

 

Von Dirk Oliver Haller

 

 

 

 

 

 

 

 

App statt Bank – So kommt dein Startup kurzfristig zu Geld

Junge Software-Firmen bieten online Finanzierungen bis 20.000 Euro

Im Spießer-Outfit bei der Bank für einen Kredit vorsprechen war gestern.
Fintechs sind junge Firmen, die online Finanzdienste anbieten. Diese Anbieter verleihen Geld per App.

Geld gibt’s nicht nur bei der Bank

Vom 50-Euro Kredit für drei Tage bis zum 50.000-Euro-Darlehen für drei Jahre bietet beispielsweise die Hamburger Fintech ein Finanzierungsmodell an, dass du online abrufen kannst. Plattformen wie Auxmoney, Bondora oder Lendico bringen dich mit Privatleuten zusammen, die Geld verleihen wollen.
Einer neuen Studie zufolge könnte das FinTech-Geschäftsvolumen in Europa bald auf mehr als sieben Milliarden Euro anwachsen. Für die USA prognostizieren Berater von PwC bis in einer Dekade sogar einen 150 Milliarden Dollar schweren Markt. Entwickelt sich dieses „Crowdlending“ hierzulande ebenso rasant, werden traditionelle Banken bald deutlich
weniger zu tun haben.

Der schnelle Weg zum neuen Notebook

In die Gattung der frischen Fintechs gehört auch das Portal interFin. Wenn du für ein neues Notebook oder stylische Büromöbel nicht das Kreditlimit deiner Bank ausreizen willst, lädst du auf der Homepage die gewünschte Finanzierung hoch. Der Portalbetreiber, die Deutsche Finetrading AG (DFT), bietet Beträge zwischen 500 und 20.000 Euro als schnelle
Kreditalternative an. Für die Bonitätsprüfung ist deine Steuernummer notwendig. Bei positiver Bewertung hast du binnen weniger Stunden die Finanzierungszusage im E-Mailpostfach.

So funktioniert Finetrading

Danach kannst du den Deal über den Finetrader abwickeln, dabei tritt dieser als Zwischenhändler auf. Rein formell kauft DFT das von dir gewünschte Notebook – und verkauft es sofort an dich weiter. Du zahlst nach 30, 60, 90, 120 oder 150 Tagen. InterFin finanziert sich aus dem Skonto, das der Lieferant gewährt. Die Online-Plattform belohnt schnelles Begleichen offener Rechnungen. Geht dein Geld etwa schon nach 120 Tagen ein, kostet die Finanzierung nur 0,4 Prozent vom Rechnungswert. Bei 10.000 Euro Einkaufsvolumen wären das 39,50 Euro. Schaffst du es, noch früher zu bezahlen, sinken die Finanzierungskosten weiter.

Quelle: Leila Haidar, Edition F