Online-Finetrading: Kurzfristig Spielraum ohne Bank

Durch verlängerte Zahlungsziele können sich Handwerker kurzfristig einen finanziellen Vorteil verschaffen. Der Finetrader finanziert sich dabei aus dem Skonto.

Von Michael Sudahl

Neugierig tippt Cornelia Blechschmidt die Buchstaben ein und landet auf einer Homepage der Deutschen Finetrading AG (DFT). “InterFin” ist der Seitentitel, der schnelles Geld verspricht. Zumindest für Gewerbetreibende, die bei ihrer Hausbank ans Kredit-Limit stoßen, es nicht komplett ausreizen wollen – oder einfach kurzfristig nach einer alternativen Finanzierung suchen.

Innerhalb von Minuten legen Handwerker wie die Ehefrau des Heizungsbauers Steffen Blechschmidt aus dem schwäbischen Waiblingen auf dem Portal einen Lieferanten an und laden das zu finanzierende Angebote hoch. Das können etwa Heizkörper sein oder Werkzeuge – alles unterhalb von 20.000 Euro Finanzierungsvolumen. Denn das ist der maximale Spielraum, den die InterFin gewährt. Wobei ein Mindestbestellwert von 500 Euro netto gegeben sein muss.

Zusage binnen weniger Stunden

Für die Bonitätsprüfung muss Cornelia Blechschmidt lediglich ihre Steuer- sowie ihr Handelsregisternummer angeben. Bei positiver Einschätzung hat die Buchhalterin des Kleinbetriebes binnen weniger Stunden die Finanzierungszusage im E-Mailpostfach. Danach kann sie den Deal über den Finetrader abwickeln.

Finetrading ähnelt dem Factoring. Doch statt Rechnungen zu verkaufen, wie beim Factoring üblich, und innerhalb von zwei Tagen Geld auf dem Konto zu sehen, bedeutet Finetrading ein verlängertes Zahlungsziel. “Im Beispiel würden wir als Zwischenhändler auftreten”, erklärt DFT-Vorstand Dirk Oliver Haller. In dieser Funktion würde sein Unternehmen die Heizkörper beim Lieferanten kaufen und direkt an den Installationsbetrieb veräußern. Der Handwerker bezahlt allerdings erst nach 30, 60, 90, 120 oder 150 Tagen.

Dabei finanziert sich der Finetrader aus dem Skonto, das der Heizkörper-Hersteller gewährt. Wobei er einen Teil davon an den Installateur weiter gibt, wenn dieser schnell bezahlt. Reizt er hingegen die maximalen 150 Tage Zahlungsziel aus, kann es teuer werden. “Geht das Geld hingegen nach 120 Tagen bei uns ein, kostet die Finanzierung nur 0,4 Prozent vom Rechnungswert”, wie Haller verdeutlicht. Bei 10.000 Euro Einkaufsvolumen wären das 39,50 Euro.

Alternative Finanzierungsformen
interFin: Finetrading für Handwerker

Die Online-Plattform belohnt schnelles Bezahlen

Schafft es der Handwerker, noch früher zu bezahlen, sinken die Finanzierungskosten weiter. Überweist er innerhalb von 30 Tagen, behält InterFin 0,61 Prozent vom Rechnungsbetrag. Der Installateur bekäme 2,39 Prozent von ursprünglich 3,0 Prozent Skonto vergütet. Was im konstruierten Fall 239,38 Euro entspricht. Somit bonifiziert die Online-Plattform schnelles Begleichen offener Rechnungen.

Finetrading als Finanzierungsmittel alternativ zur Hausbank gibt es schon länger. Nun ist dem Marktführer mit interFin ein Portal gelungen, das als “Fintech”-Produkt zur schnellen Kreditalternative auch für kleine Beträge taugt. Die Wortkreation aus “Finanzen und Technik” steht ansonsten vor allem für Start-ups, die die bisherige Bankenlandschaft ins Wanken bringen. Ein Vorteil ist, dass beim Finetrading Betriebe keine Vermögenswerte als Sicherheiten an die Bank abtreten müssen. “Damit unterscheidet es sich wesentlich vom Leasing”, wie Cornelia Blechschmidt erkennt. Da bleibt die Bank immer Eigentümer der geleasten Maschine oder des Fahrzeugs.

Quelle: Deutsche Handwerks Zeitung

 

App statt Bank – So kommt dein Startup kurzfristig zu Geld

Junge Software-Firmen bieten online Finanzierungen bis 20.000 Euro

Im Spießer-Outfit bei der Bank für einen Kredit vorsprechen war gestern.
Fintechs sind junge Firmen, die online Finanzdienste anbieten. Diese Anbieter verleihen Geld per App.

Geld gibt’s nicht nur bei der Bank

Vom 50-Euro Kredit für drei Tage bis zum 50.000-Euro-Darlehen für drei Jahre bietet beispielsweise die Hamburger Fintech ein Finanzierungsmodell an, dass du online abrufen kannst. Plattformen wie Auxmoney, Bondora oder Lendico bringen dich mit Privatleuten zusammen, die Geld verleihen wollen.
Einer neuen Studie zufolge könnte das FinTech-Geschäftsvolumen in Europa bald auf mehr als sieben Milliarden Euro anwachsen. Für die USA prognostizieren Berater von PwC bis in einer Dekade sogar einen 150 Milliarden Dollar schweren Markt. Entwickelt sich dieses „Crowdlending“ hierzulande ebenso rasant, werden traditionelle Banken bald deutlich
weniger zu tun haben.

Der schnelle Weg zum neuen Notebook

In die Gattung der frischen Fintechs gehört auch das Portal interFin. Wenn du für ein neues Notebook oder stylische Büromöbel nicht das Kreditlimit deiner Bank ausreizen willst, lädst du auf der Homepage die gewünschte Finanzierung hoch. Der Portalbetreiber, die Deutsche Finetrading AG (DFT), bietet Beträge zwischen 500 und 20.000 Euro als schnelle
Kreditalternative an. Für die Bonitätsprüfung ist deine Steuernummer notwendig. Bei positiver Bewertung hast du binnen weniger Stunden die Finanzierungszusage im E-Mailpostfach.

So funktioniert Finetrading

Danach kannst du den Deal über den Finetrader abwickeln, dabei tritt dieser als Zwischenhändler auf. Rein formell kauft DFT das von dir gewünschte Notebook – und verkauft es sofort an dich weiter. Du zahlst nach 30, 60, 90, 120 oder 150 Tagen. InterFin finanziert sich aus dem Skonto, das der Lieferant gewährt. Die Online-Plattform belohnt schnelles Begleichen offener Rechnungen. Geht dein Geld etwa schon nach 120 Tagen ein, kostet die Finanzierung nur 0,4 Prozent vom Rechnungswert. Bei 10.000 Euro Einkaufsvolumen wären das 39,50 Euro. Schaffst du es, noch früher zu bezahlen, sinken die Finanzierungskosten weiter.

Quelle: Leila Haidar, Edition F

Online-Start-ups für den Mittelstand

Die Zahl an FinTech-Unternehmen wächst rasant an. Nachdem vor allem Verbraucher im Fokus der frischen Finanz-Technologie-Firmen standen, rücken nun Mittelständler in den Fokus. Die Poduktion hat sich bei den Anbietern umgeschaut.

Online-Finetrading

interFin.de ist eine Website, die von der Deutschen Finetrading AG betrieben wird. Vorstand Dirk Oliver Haller zielt mit dem Angebot auf Gewerbetreibende, die das Kreditlimit ihrer Bank schonen wollen. Vorfinanziert werden von der Plattform Beschaffungsvolumen zwischen 500 und 20.000 Euro. Auch hier läuft die Bonitätsprüfung und das Einreichen der Lieferanten-Rechnungen online. Industriekunden müssen lediglich die Handelsregister- sowie die Steuernummer hinterlegen.

Innerhalb von 48 Stunden entscheidet InterFin, ob der Deal zustande kommt. Die besten Konditionen erzielen Finetrading-Kunden, wenn sie die gekauften Waren binnen 120 Tagen bezahlen. Wer das maximale Zahlungsziel von 150 Tagen ausreizt, muss höhere Kosten in Kauf nehmen. Los geht’s bei InterFin mit einer Gebühr von 0,63 Prozent pro Transaktion. Wer diese bucht, wird als Sofortzahler eingestuft und kann gegebenenfalls den Einkaufspreis runterhandeln.

Online-Factoring

decimo.de ist ein Anbieter, der sich auf Online-Factoring spezialisiert hat. Firmen können beim Berliner FinTech Rechnung von 50 bis 50.000 Euro einreichen. „Nach kurzer Prüfung ist das Geld innerhalb von 24 Stunden überwiesen“, verdeutlicht Gründer Andreas Dubrow den schnellen Prozess. Wobei der durchschnittliche Rechnungsbetrag bei rund 1000 Euro liegt. Decimo erhebt mindestens 2,9 Prozent Gebühr vom Rechnungsbetrag (netto).

Online abgewickelt, können Rechnungen eingereicht werden, die bis in 60 Tagen beglichen sein sollen. Länger Zahlungsziele müssen separat ausgehandelt werden, so der Seitenbetreiber. Gestartet 2014 mit einer Bankenlizenz erzielt das junge Unternehmen aktuell einen Außenumsatz von sechs Millionen Euro.

Crowdfinanzierung

kapilendo.de vermittelt Firmen Kredite von 30.000 bis 2,5 Millionen Euro – online und ohne Bank. Dabei setzt der Berliner Finanzierer auf eine professionelle Firmendarstellung via Video. Dieses stellt Kapilendo auf einen virtuellen Kreditmarktplatz. Firma und Verwendungszweck des gewünschten Kredits erzielen so Aufmerksamkeit bei Geldgebern, verspricht das FinTech. Überzeugt das Vorhaben genügend Investoren und ist es vollständig vorfinanziert, sei das Geld binnen Tagen auf dem Konto. Tilgung und Zins laufen dann wie beim Bankkredit: konstante Raten bis Laufzeitende.

Zinssätze starten bei 2,49 Prozent. Bekannt geworden ist die Plattform für Crowdfinanzierung durch das Fan-Projekt des Fußballvereins Hertha BSC. Das durchschnittliche Kreditvolumen beträgt eine Viertelmillion Euro. 30 Projekte wurden bislang finanziert.

Online Kurzkredit

Creditshelf.com ist eine Plattform für unbesicherte Kredite ab 100.000 bis 2,5 Millionen Euro – bei einer Laufzeit von einem bis zwölf Monaten. Bei der Alternative zum Bankkredit wird das Vorhaben einem geschlossen Kreis vorgestellt, der aus mehr als 100 Investoren besteht. Abgewickelt wird über einen Online-Marktplatz. Innerhalb von 24 Stunden gibt’s Rückmeldung zum Vorhaben, verspricht das Frankfurter FinTech.

Nach Prüfung durch Analysten bieten die Investoren in einer geschlossenen Auktion um die Finanzierung des Projekts. Die zinsgünstigsten Gebote bekommen den Zuschlag. Mitmachen können Mittelständler ab einem Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro. 2017 soll das arrangierte Kreditvolumen mehr als 100 Millionen Euro betragen.

Online-Kredit-Vergleich

Fintura.de ist ein Kredit-Checker für Mittelständler. Wer seine Daten (Finanzierungsvolumen, Laufzeit,…) eintippt, hat binnen 15 Minuten einen Konditionenvergleich. Zusagen liegen innerhalb von 72 Stunden vor, wirbt das Portal aus Frankfurt. Los geht’s ab 10.000 Euro Kreditvolumen mit 0,99 Prozent-Finanzierungs-Kosten. Die Obergrenze liegt bei zehn Millionen Euro. Finanziert wird fast alles: Betriebsmittel, Maschinen, Fuhrpark, Gewerbeimmobilien sogar Umschuldungen seien möglich. Geld verdient Fintura über Vermittlungsprovisionen seiner rund 40 Partnerbanken. Somit arbeitet das FinTech ähnlich einem Makler.

Quelle: produktion.de

Online Finetrading zur Erweiterung des Portfolios

Viele Banken fürchten sich. Sie bangen um ihr Geschäft, das ihnen FinTechs streitig machen. Deren Vorteil: Sie sind Kunden-Versteher. Die Folge: Banken suchen nach Partnerschaften mit den Finanz-Start-ups. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen PwC-Studie (Global FinTech Survey 2016).

Drei von vier Banken befürchten, Teile ihres Geschäfts an die technisch versierten „Emporkömmlinge“ zu verlieren. Die klassischen Kreditinstitute müssen mitansehen, wie die Frischlinge sich an ihnen vorbei direkt an Endverbraucher und Unternehmen heranschlängeln. Sie sorgen sich um ihre Marktanteile und fürchten den Wettbewerbsdruck. Laut Report nehmen viele Banken FinTechs als Bedrohung wahr. Dabei glauben drei Viertel der Dinos: Die Marktneulinge fokussieren sich besser als sie selbst auf die Kunden. Das sei deren Erfolgsrezept. Andersherum: Orientierung hin zum Kunden sei nach wie vor die Schwachstelle traditioneller Bankhäuser. Das wissen die Finanz-Start-ups für sich zu nutzen. Sie entwickeln neue Lösungen, gehen auf die Wünsche von Verbrauchern und Firmen ein. Etliche althergebrachte Banken hinken hinterher. Und haben daran zu kauen, dass sie ihre Monopolstellung verlieren.

Die Zukunft heißt Kooperation

Ein Praxisbeispiel schildert, wieso sich mittelständische Unternehmen immer öfter eine Finanzierungs-Alternative aus dem Netz angeln und wie es in Zukunft zwischen Newcomern und Old Economy weitergehen kann: Der Hamburger Familienbetrieb Zietz-Elektrotechnik ist klassisch hanseatisch geprägt. Die Hausbank seit Jahren vertrauter Partner des Handwerkers mit 20 Mitarbeitern. Das Kreditlimit ist selten vollkommen ausgeschöpft. Man kennt sich. Man schätzt sich. Doch für einen Großauftrag eines langjährigen Kunden aus dem Stadtteil Hamburg-Niendorf wählt Arno Zietz, Firmenchef der zweiten Generation, eine alternative Finanzierung.

Der Unternehmensberater des Betriebs bringt Finetrading ins Spiel. Für die anstehende Großbaustelle musste Zietz Elektroverteiler (mit einer Größe von 2×3 Metern) und Unmengen an LED-Leuchten einkaufen. Das Gesamtvolumen der Neubau-Werkshalle beläuft sich auf rund 1,5 Mio. Euro – reine Elektroinstallation. Für den Diplom Elektroingenieur steht schnell fest, dass er darüber nicht mit seiner Bank verhandeln will. Zumal es sich um kurzfristigen Liquiditätsbedarf handelt. Als zu träge schätzt er die Entscheidungswege ein. Und die Konditionen des Finetraders sind vielversprechend für 120 Tage Zahlungsziel.

Schnell sind sich Elektrotechniker und Finanzdienstleister einig. Ähnlich einem klassischen Kontokorrentkredit stellt der Finetrader eine Finanzierungslinie bereit. Basis für die Finanzierung ist jedoch kein Kredit, sondern ein Handelsgeschäft. Kunden wie Zietz verhandeln nach Abschluss eines Finetrading-Vertrags wie üblich die Preis- und Liefermodalitäten mit dem Lieferanten. Im Unterschied zu herkömmlichen Geschäftsabläufen springt der Finetrader bei Vertragsabschluss als Zwischenhändler ein. Er erwirbt die Ware für einen definierten Finanzierungszeitraum von bis zu 150 Tagen.

Nach Auftragsfreigabe und Bestellung durch den Finetrader wird die Ware geliefert – an die vom Kunden angegebene Anschrift. Das FinTech begleicht die Rechnung des Lieferanten unverzüglich. Der Kunde kann dennoch das vom Finetrader gewährte Zahlungsziel voll in Anspruch nehmen. Auf diese Weise schont der Besteller die Liquidität seines Unternehmens und verringert die Kapitalbindung. Zudem verbessert er die Verhandlungsposition gegenüber seinem Lieferanten und kann als quasi Barzahler weitere Rabatte oder ein höheres Skonto verhandeln und durchsetzen.

Finetrading ähnelt in gewisser Weise dem Factoring. Doch statt Rechnungen zu verkaufen, wie beim Factoring üblich, und innerhalb von zwei Tagen Geld auf dem Konto zu sehen, bedeutet Finetrading wie geschildert ein verlängertes Zahlungsziel. Beide Finanzierungsinstrumente sorgen für eine höhere, kurzfristige Liquidität.

So geht Online Finetrading

Online Finetrading finanziert demnach den Einkauf vor. Expansionsfreudige Firmen oder Betriebe, die ihre Angebotspalette erweitern wollen, können dies tun, ohne Banken einzubeziehen. Finetrading wird gerne eingesetzt, wenn der Kreditrahmen bei der Hausbank am Limit steht. Der Unternehmer jedoch einen Wareneinkauf tätigen will, weil etwa ein Sonderangebot vorliegt oder Saisonware gekauft werden soll.

Ein anschauliches Beispiel ist die Beschaffung von Winterreifen. Die kaufen Speditionen oder Werkstätten idealerweise im Hochsommer. Da sind die Einkaufspreise günstiger als ein Quartal später, wenn im Oktober die Saison losgeht. Beim Online-Finetrading kann nun der Reifenkäufer einen wie oben beschriebenen Finanzrahmen vereinbaren. Das Limit pro Transaktion liegt bei 20.000 Euro – bei Anbietern wie interFin. Der Mindestbestellwert beträgt hier 500 Euro. Demnach ist die Zielgruppe für das virtuelle Finanzierungsgeschäft im Bereich von kleinen Handwerksbetrieben, Händlern oder Dienstleistern anzusiedeln. Oder größeren Mittelständlern, die in diesem Korridor immer wieder kleinere Finanzlücken schließen möchten.

Beim Online-Finetrading legen die Kunden auf dem Internet-Portal ihre Lieferanten an und laden die zu finanzierenden Angebote hoch. Für die Bonitätsprüfung muss der Einkäufer lediglich Steuer- sowie Handelsregisternummer angeben. Bei positiver Einschätzung hat er binnen weniger Stunden die Finanzierungszusage im E-Mailpostfach. Danach kann er den Deal über den Finetrader abwickeln.

Vorteil Banken: Portfolio erweitern

Die PwC-Marktbeobachter sehen bei rund 40 Prozent der Banken Partnerschaften mit FinTechs. Die Pfiffigen unter ihnen lernen inzwischen auf Kunden und die Newcomer zuzugehen. Sie kollaborieren. Dabei bringen die Start-ups Produktdesign und Entwicklung ein. Die Banken liefern Vertriebs- und Infrastruktur. Manche entdecken darin sogar ein Geschäft. Sie richten Risikokapitalfonds für die Finanzierung der FinTechs ein. Besonders gut sind die jungen Wilden darin, einfache Produkte zu entwickeln und diese nahtlos zu implementieren. Schwächen haben sie oft in passender IT- oder bei der Rechtssicherheit. Bei beidem können die Banken punkten.

Das stärkste Argument für klassische Kreditinstitute, mit frischen FinTechs zu kollaborieren, ist eine Erweiterung des eigenen Produktportfolios. Auch um das eigene Risiko zu mindern, bietet sich die Zusammenarbeit etwa mit einem online Finetrader an. Analysten sehen zudem einen Imagegewinn, den sich Banken über die Zusammenarbeit mit einem FinTech einkaufen. Die innovative und moderne Strahlkraft der Start-ups strahlt auf die Banken ab, die ihren Kunden gegebenenfalls kurzfristig einen erweiterten Finanzierungsspielraum anbieten können. Gelingt die Kollaboration, profitiert die Bank langfristig davon. Denn mit überschaubarer Investition und einer für sie unkomplizierten Abwicklung, kann sie vor allem expandierenden Firmenkunden helfen.

Schöpfen diese ihren Rahmenkredit bei der Hausbank schnell aus, kann der Firmenkundenberater zwar eine begrenzte Überziehung genehmigen. Diese wiederum ist aber teuer und wirkt sich lange Zeit negativ auf das Rating des Kunden aus. Die Überziehung ist länger als ein Jahr negativ zu bewerten. Das Rating der Firma wird schlechter. Unabhängig davon wie gut oder schlecht sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern. Letztlich kostet eine kurzfristige Überziehung des Kontokorrentkredits höhere Zinsen.

Kommen Überziehungen zudem häufiger vor, wird die Bank Sicherheiten nachfordern müssen. Was sich wiederum als Aufwand ohne echten Ertrag herausstellen kann und die Beziehung zum Kunden wird unnötig belastet. Ein weiterer Grund für eine Kooperation mit einem FinTech kann ein zweistelliges (prozentuales) Wachstum sein. Das kostet Liquidität. Die der Bank zur Verfügung stehenden Blankoanteile sind unter Umständen schnell ausgeschöpft. Finetrading ist in der Regel ratingunschädlich und hat meist positive Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen. Zumal es keine Sicherheiten benötigt. Das dadurch verbesserte Rating nützt dem Kunden wie auch der Bank. Diese kann bei künftigen Darlehen weiterhin günstige Konditionen anbieten. Vertieft sich die Kooperation zwischen Bank und Finetrader, können sogar Provisionen erwirtschaftet werden.

 

Fintech für Firmen: Online-Einkaufsfinanzierung mit Finetrading

interFin bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen bankenunabhängige Online-Finanzierung des Wareneinkaufs

 

Trotz anhaltender Niedrigzinsen ist es für kleine und mittelständische Unternehmen oft schwierig, ihren Wareneinkauf flexibel und günstig zu finanzieren. So zeigen unabhängige Studien wie das KMU-Banken-Barometer 2016: Vor allem kleinere Betriebe berichten immer häufiger über eine Verschlechterung ihrer Finanzierungssituation. Grund dafür ist die immer restriktiver werdende Kreditvergabe von Banken, die angesichts rückläufiger Erträge und bürokratischer Regulierung ihr Geschäft mit Gewerbekrediten zurückfahren.

Finanzierungsrahmen mit wenigen Eingaben online einrichten

Mit einem Online-Finanzierungsangebot für den Wareneinkauf, das sich speziell an kleinere und mittelständische Unternehmen richtet, eröffnet die InterFin GmbH einen Ausweg aus der Finanzierungsklemme. Unternehmen können bei interFin eine Finanzierungslinie einrichten, über die ähnlich wie bei einem Kontokorrentkredit Wareneinkäufe über einen Zeitraum von jeweils bis zu 150 Tagen flexibel finanziert werden können. Das Beantragen der Finanzierungslinie ist denkbar einfach: Unternehmen brauchen auf der interFin-Website (www.interfin.de) nur ihre Firmendaten, den Ansprechpartner und das gewünschte Finanzierungslimit eingeben. Innerhalb weniger Tage erfolgt dann nach positiver Bonitätsprüfung die Freischaltung.

Die Finanzierungskosten werden pro Transaktion in Abhängigkeit vom Umsatzvolumen berechnet. Die interFin GmbH tritt dabei nicht als Kreditgeber, sondern als Zwischenhändler auf, indem sie die Ware vom Lieferanten erwirbt und direkt an den Abnehmer weiterveräußert. Geliefert wird hingegen wie gewohnt direkt vom Lieferanten an den Abnehmer. Als Finanzierungsinstrument dient das Zahlungsziel: Während interFin die Rechnung des Lieferanten sofort begleicht, wird dem Abnehmer innerhalb der Finanzierungslinie ein Zahlungsziel vom maximal 150 Tagen gewährt. Diese effektive Form der Handelsfinanzierung wird als Finetrading bezeichnet. „Auf diese Weise können Unternehmen gegenüber ihren Lieferanten als Sofortzahler auftreten und Skonto in Anspruch nehmen, während durch die Finetrading-Finanzierung der Zeitraum bis zur Erzielung von Umsatzerlösen überbrückt werden kann“, erläutert Dirk Oliver Haller, Gründer und Geschäftsführer der interFin GmbH.

Langjährige Expertise in Handel und Finetrading

Der innovative Online-Finanzierungsanbieter ist kein unerfahrenes Fintech-Startup, sondern kann auf langjährige Expertise in Handel und Finanzierung zurückgreifen. Die interFin GmbH ist Teil der in Ladbergen bei Münster ansässigen Haller-Unternehmensgruppe, zu der auch die DFT Deutsche Finetrading AG zählt, die schon seit Jahren Import- und Exportgeschäfte für Kunden in rund 30 Ländern finanziert. „Mit unserer über Generationen gewachsenen Erfahrung im Handels- und Finanzierungsgeschäft verfügen wir über das Know-how, um unseren Finanzierungskunden eine wirklich ausgereifte und funktionierende Lösung bieten zu können“, sagt Dirk Oliver Haller, der die Geschicke der familiengeführten Unternehmensgruppe bereits in dritter Generation leitet, und ergänzt: „Mit unserem Online-Finanzierungsangebot sprechen wir gezielt kleine und mittelgroße Unternehmen an, die eine unkomplizierte und schnelle Lösung für ihre Einkaufsfinanzierung suchen.“

Mehr Informationen zur DFT AG: www.dft-ag.de